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Popular Transfer of Scientific Knowledge – The Development of a Rhetoric of Science
Auteur(s)
Vogel, Matthias
Date de parution
2006
In
Bulletin VALS-ASLA, Swiss association of applied linguistics, 2006/83/2/93-106
Résumé
Wissenschaftliche Texte gelten außerhalb ihres jeweiligen Fachbereiches als ein "Buch mit sieben Siegeln". Dies gilt in besonderer Weise für Texte aus den Natur- und Technikwissenschaften. Die wesentliche Ursache hierfür liegt in der Art und Weise der Darstellung und Vermittlung der Wissenschaften. Wissenschaftliche Erklärungen müssen verständlich sein, sie dürfen den jeweils beschriebenen wissenschaftlichen Sachverhalt nicht verfälschen; sie müssen aber zugleich auch Vergnügen bereiten und Neugierde wecken. Diese Neugierde kann nur durch eine geeignete Wissenschaftsrhetorik geweckt und aufrechterhalten werden. Der vorliegende Beitrag stellt ein Forschungsprojekt zur Entwicklung einer "populärwissenschaftlichen Rhetorik" vor. Anhand von umfangreichen korpuslinguistischen Untersuchungen von wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten soll ein rhetorisches Modell entwickelt werden, das Empfehlungen und Richtlinien für die Erstellung von populären wissenschaftlichen Darstellungen enthält und die folgenden Bestandteile aufweist: terminologische Erklärungen von fachlichen Begriffswelten, rhetorische Techniken und Strategien der Vermittlung von Wissenschaft und grammatische "Konstruktionen". Ziel des Projektes ist zum einen, die sprachlichen Eigenschaften von populärwissenschaftlichen Texten und die Bedingungen eines erfolgreichen populärwissenschaftlichen Diskurses zu untersuchen; zum anderen, die terminologisch-begrifflichen, rhetorischen und grammatischen Eigenschaften von populärwissenschaftlichen Texten in einem "Konstruktionswörterbuch" zu erfassen und zu formulieren. Dieses Wörterbuch soll als praktische Anleitung dienen, um wissenschaftliche Sachverhalte zielgruppenadäquat und verständlich darzustellen. Gedacht ist an ein breites sprachliches Instrumentarium, das es erlaubt, bei bestimmten Zielgruppen ohne Expertenwissen (z.B. Kindern und Jugendlichen) gezielt und nachhaltig Neugierde für wissenschaftliche Probleme zu erzeugen. Das Kernproblem einer Wissenschaftsrhetorik ist das Paradoxon des Strebens nach Wahrheit, Exaktheit und Effektivität auf der einen und des notwendigen Wissenstransfers auf der anderen Seite. Der vorliegende Artikel versteht sich folglich als ein Beitrag zur wissenschaftsrhetorischen Diskussion insgesamt als auch zur Verbesserung des populärwissenschaftlichen Wissenstransfers.
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