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'It's Kriol they're speaking!' – Constructing Language Boundaries in Multilingual and Ethnically Complex Communities
Auteur(s)
Schneider, Britta
Date de parution
2017
In
Bulletin VALS-ASLA, Swiss Association of Applied Linguistics, 2017/N° spécial/1/63-73
Résumé
Dieser Artikel zeichnet symbolische Grenzziehungen nach, die durch den Gebrauch der englischlexifizierten Kreolsprache Kriol in Belize, Mittelamerika, ausgedrückt werden. Grundlage hierfür sind empirische Daten, die in einer ethnographischen Feldforschung erhoben wurden. Aufgrund der vorherrschenden Mehrsprachigkeit und der ethnischen Vermischung der Bevölkerung in diesem offiziell englischsprachigen Land, ist die soziolinguistische Situation Belizes von besonderem Interesse für die Untersuchung sozialer Differenzierung durch Sprache. Sprachliche und ethnische Kategorien sind in Belize nicht in einem kongruenten Verhältnis zueinander. Während Englisch in schriftlichen und sehr formalen Kontexten vorherrschend ist, wird Kriol als orale lingua franca verwendet und hat sich – wie schon in den 1970er Jahren von Le Page und Tabouret-Keller (1985) belegt – zu einem Index für belizische Identität entwickelt. Jedoch befinden sich die Übergänge zwischen Standard Englisch und Kriol in einer Kontinuum-Situation und sind nicht klar strukturell unterschieden. Nichtsdestotrotz spielt Kriol eine zentrale symbolische Rolle in der Konstruktion von Zugehörigkeit und wird von Sprecherinnen als in einem binären Verhältnis zu Englisch wahrgenommen. Die Analyse wird in Beziehung gesetzt zu Überlegungen zur Konzeptualisierung von Sprachgrenzen in globalisierten und kulturell komplexen Kontexten in denen die Frage nach der Ontologie sozialer Gruppierungen und sprachlichen Systemen entsteht.
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journal article
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