Repository logo
Research Data
Publications
Projects
Persons
Organizations
English
Français
Log In(current)
  1. Home
  2. Authorities
  3. Projets
  4. Zahlen und Fakten zum Strafbefehlsverfahren
Project Title
Zahlen und Fakten zum Strafbefehlsverfahren
Internal ID
42737
Principal Investigator
Kuhn, André  
Status
Completed
Start Date
August 1, 2017
End Date
December 31, 2020
Investigators
Thommen, Marc
Organisations
Chaire de droit pénal et de criminologie  
Identifiants
https://libra.unine.ch/handle/20.500.14713/2682
-
https://libra.unine.ch/handle/123456789/2164
Keywords
Strafprozess Strafbefehl Procédure pénale Ordonnance pénale
Description
Wie läuft eigentlich ein Strafverfahren ab? TV-Serien wie Suits und Bestseller-Autoren wie John Grisham vermitteln das klassische Bild: In einer öffentlichen Verhandlung vor einem unabhängigen Richter liefern sich Beschuldigte, Staatsanwälte und Verteidiger verbale Duelle. Am Ende verkündet der Vorsitzende nicht ohne einen gewissen Pathos das Urteil und belehrt den Beschuldigten über seine Rechte.

Tatsächlich werden in der Schweiz deutlich mehr als 90 Prozent aller nicht eingestellten Strafverfahren auf ganz andere Weise erledigt. Das quantitativ relevanteste Instrument der Verfahrenserledigung im Strafprozess ist nämlich der Strafbefehl. Dieser wird nicht von einem Richter erlassen, sondern vom Staatsanwalt. Der muss den Beschuldigten nicht einvernehmen, sondern kann den Strafbefehl auch schlicht auf Grundlage der (Polizei-)akten erlassen. Eine öffentliche Verhandlung findet in keinem Fall statt. Der Strafbefehl wird dem Beschuldigten in den meisten Fällen per Post zugestellt. Wenn dieser nicht aktiv binnen zehn Tagen Einsprache dagegen erhebt, entfaltet der Strafbefehl die Wirkung eines rechtskräftigen Urteils.

Das Strafbefehlsverfahren ist zweifelsfrei effizient und spart Ressourcen, hat aber auch viele Kritiker. Die bemängeln vor allem, dass elementare Beschuldigtenrechte vernachlässigt würden.

Trotz seiner quantitativen Relevanz und inhaltlichen Umstrittenheit wurde das 2011 schweizweit vereinheitlichte Strafbefehlsverfahren bisher kaum empirisch untersucht. Das Projekt "Zahlen und Fakten zum Strafbefehlsverfahren" hat zum Ziel, mittels Aktenanalyse umfassende Daten zum Ablauf des Verfahrens in sechs Kantonen und drei Sprachregionen zu erheben und so die dogmatische Diskussion um den Aspekt der Verfahrensrealität zu ergänzen.
Université de Neuchâtel logo

Service information scientifique & bibliothèques

Rue Emile-Argand 11

2000 Neuchâtel

contact.libra@unine.ch

Service informatique et télématique

Rue Emile-Argand 11

Bâtiment B, rez-de-chaussée

Powered by DSpace-CRIS

libra v2.2.0

© 2026 Université de Neuchâtel

Portal overviewUser guideOpen Access strategyOpen Access directive Research at UniNE Open Access ORCIDWhat's new